Mit einer fünften Säule – ein programmatischer Vorschlag zur Reform des Schweizer Vorsorgesystems
Band 21 der Reihe »Finanzen im Leben« ist Frank Heislers programmatischer Beitrag zur Schweizer Vorsorge-Debatte. Die zentrale These: Das klassische 3-Säulen-System – AHV, BVG, Säule 3a/3b – reicht demografisch nicht mehr aus. Heisler skizziert das Konzept einer fünften Säule als ergänzendes Modell für die nächsten Generationen.
Das Buch beginnt mit einer schonungslosen Analyse der demografischen Realität: Die Bevölkerungsentwicklung der Schweiz und ihrer Kantone, die zunehmende Belastung der Umlageverfahren, die strukturellen Probleme des BVG-Umwandlungssatzes. Heisler verbindet diese Makro-Analyse mit den konkreten Folgen für Schweizer Privatpersonen – insbesondere die Generationen, die heute 30 bis 50 Jahre alt sind.
Im Zentrum des Buches steht der Vorschlag einer fünften Säule: ein neues, ergänzendes Vorsorgesystem, das die strukturellen Schwächen der bestehenden vier Säulen (1, 2, 3a, 3b) gezielt adressiert. Heisler entwickelt das Modell aus seiner 15-jährigen Beratungspraxis und stellt es zur öffentlichen Diskussion.
Bestehende Säulen
der Schweizer Vorsorge
Seiten Reformvorschlag
Schweizer Kantone
im Demografie-Check
Vorschlag einer
fünften Säule
Dieses Buch ist ein programmatischer Beitrag zur Schweizer Vorsorge-Debatte. Die vorgeschlagene fünfte Säule ist kein bestehendes Vorsorgeprodukt, sondern ein Reformvorschlag des Autors. Konkrete persönliche Vorsorgeentscheidungen sollten innerhalb des heutigen Systems (AHV, BVG, Säule 3a/3b) getroffen werden.
Die Hauptkapitel von Band 21 im Überblick.
Die zentralen Argumentationslinien des Buches – verdichtet auf sieben Aussagen.
Als das BVG 1985 eingeführt wurde, kamen 4 Erwerbstätige auf einen Rentner. 2050 werden es 2 sein. Das Umlageverfahren der AHV und der Umwandlungssatz des BVG sind dafür nicht ausgelegt.
Sie zahlt heute hohe Beiträge, wird aber selbst voraussichtlich deutlich geringere Renten erhalten. Diese Generation ist die strukturelle Verlierin des heutigen Systems – wenn nichts geschieht.
Die Maximalbeiträge der Säule 3a (CHF 7.258 für Erwerbstätige mit PK) sind für die Bedarfslücke der Zukunft zu gering. Säule 3b hat keine Limiten, aber auch keine steuerliche Förderung – die meisten nutzen sie nicht systematisch.
Sie kann nicht einfach ein 'Säule 3a Plus' sein. Sie muss strukturell etwas Neues leisten: höhere Limiten, bessere Flexibilität, ergänzende Risikoprofile zur bestehenden Vorsorge.
Eine fünfte Säule der Zukunft könnte digitale Vorsorge-Strukturen nutzen – Tokenisierung von Vorsorge-Anteilen, programmierbare Auszahlungsmodelle, internationale Mobilität ohne Verluste.
Die Demografie-Mathematik ist klar. Die politische Realität in der Schweiz – mit ihren komplexen Mehrheiten und langen Reformzyklen – ist es nicht. Eine fünfte Säule braucht 10 bis 20 Jahre politische Vorbereitung.
Solange die fünfte Säule politisches Konzept ist, müssen Privatpersonen im aktuellen System optimieren: Säule 3a voll ausschöpfen, PK-Einkäufe nutzen, freies Vermögen aufbauen, internationale Diversifikation prüfen.
Aus dem Vorwort: Warum die Schweiz eine fünfte Säule braucht
Es gibt eine Zahl, die in der Schweizer Vorsorge-Debatte oft genannt, aber selten wirklich verstanden wird: Im Jahr 1948, als die AHV eingeführt wurde, kamen rund 6 Erwerbstätige auf einen Rentner. Heute sind es etwa 3,4. Im Jahr 2050 werden es nach den aktuellen Bundesszenarien rund 2 sein.
Das ist keine Krise, die irgendwann kommt. Das ist eine mathematische Realität, die sich Jahr für Jahr unaufhaltsam vollzieht. Sie betrifft die AHV (Umlageverfahren) genauso wie den BVG-Umwandlungssatz (kollektive Lebenserwartung). Sie ist nicht durch Wirtschaftswachstum heilbar, weil das demografische Verhältnis durch keine konjunkturelle Bewegung verbessert wird.
Was tun? Die politische Schweiz reagiert mit kleinen Schritten: AHV-Erhöhungen um 0,4 Prozentpunkte, Rente 65 für Frauen, BVG-Reform mit reduziertem Umwandlungssatz. Das alles ist sinnvoll, aber keine Antwort auf die strukturelle Frage. Es ist Symptombehandlung, kein Systemumbau.
Mein Vorschlag in diesem Buch ist eine fünfte Säule – ein neues Vorsorge-Element, das die strukturellen Schwächen der bestehenden vier (1, 2, 3a, 3b) gezielt adressiert. Das ist keine Utopie und keine Polemik. Es ist ein konkreter Reformvorschlag, der aus 15 Jahren Beratungspraxis und der täglichen Arbeit mit Schweizer Privatpersonen erwachsen ist.
Die fünfte Säule wird nicht morgen Realität. Vielleicht nicht in 10, vielleicht erst in 20 Jahren. Aber: Wer heute jung ist, plant heute schon mit ihr. Und: Wer heute in der Vorsorge-Politik mitgestaltet, sollte heute schon über sie diskutieren.
[Auszug aus dem Vorwort. Das vollständige Buch entwickelt das Konzept in 15 Kapiteln und stellt es zur öffentlichen Diskussion.]
Das Buch ist besonders relevant für:
Sie verfolgen die Schweizer Vorsorge-Debatte und wollen einen strukturierten, faktenbasierten Reformvorschlag jenseits parteipolitischer Reflexe.
Sie sind direkt von den Reformkosten betroffen – zahlen heute hohe Beiträge und müssen mit Renten rechnen, die deutlich unter heutigen Niveaus liegen werden.
Sie arbeiten in der Pensionsbranche, in der Forschung oder in der Verbandspolitik und suchen einen frischen Blick von der Beratungsfront.
Sie berichten über Vorsorge-Themen und brauchen einen klaren konzeptionellen Rahmen jenseits der üblichen Schlagworte (BVG-Reform, AHV-Stabilisierung).
Antworten auf die wichtigsten Fragen zu Band 21.
Ein vom Autor vorgeschlagenes neues Vorsorge-Element, das die strukturellen Schwächen der bestehenden vier Säulen (AHV, BVG, 3a, 3b) gezielt adressiert. Es ist kein bestehendes Produkt, sondern ein Reformkonzept zur öffentlichen Diskussion.
Heisler ist hier ehrlich: Eine grundlegende Reform braucht 10 bis 20 Jahre politische Vorbereitung. Das Buch ist deshalb auch ein Plädoyer dafür, die Diskussion jetzt zu beginnen – damit die Reform in 20 Jahren umsetzbar ist.
Hilfreich, aber nicht notwendig. Das Buch erklärt die bestehenden vier Säulen (AHV, BVG, 3a, 3b) systematisch, bevor es den Reformvorschlag entwickelt. Wer Band 6 'Ganzheitliche Ruhestandsplanung' gelesen hat, ist optimal vorbereitet.
Erstens: Säule 3a maximieren, sobald ein Erwerbseinkommen vorhanden ist. Zweitens: Freies Vermögen aufbauen, breit diversifiziert. Drittens: Sich politisch einbringen für Vorsorge-Reformen. Das Buch entwickelt diese drei Empfehlungen detailliert.
Die BVG-Reform mit dem reduzierten Umwandlungssatz wird im Kontext der strukturellen Probleme analysiert. Heisler ordnet sie als notwendigen, aber nicht ausreichenden Schritt ein.
Ja, in einem eigenen Kapitel. Eine zukunftsfähige fünfte Säule würde wahrscheinlich digitale Strukturen nutzen – tokenisierte Vorsorge-Anteile, programmierbare Auszahlungslogiken, bessere internationale Mobilität ohne Verluste beim Wegzug.
Nein. Heisler argumentiert aus der Sicht eines Beraters mit 15 Jahren Praxiserfahrung. Sein Reformvorschlag passt nicht in das übliche Links-Rechts-Schema, sondern zielt auf strukturelle Lösungen jenseits der Tagespolitik.
Schweizer Finanz- und Vorsorgeberater, Buchautor und Gründer der UFP GmbH (Unique Finance Planning) in Baar, Kanton Zug. Über 15 Jahre Beratungspraxis. Verbindet klassische Finanzplanung mit Entscheidungspsychologie und ganzheitlicher Lebensphasenbetrachtung.
Beruflicher Werdegang: Ausbildung als Elektriker, Datenverarbeitungskaufmann, Studiengänge an Schweizer Fachhochschulen, Tätigkeit in Schweizer Banken und der IT-Branche, seit 2010 selbstständiger Finanz- und Vorsorgeberater.
Werk: Autor von 19 Finanzbüchern – der 17-bändigen Reihe »Finanzen im Leben« sowie zwei Standalone-Werken aus 2025.
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