Buchreihe »Finanzen im Leben«

Finanzen im Leben 7: Gemeinsame Finanzen meistern

Ein Leitfaden für Paare – mit Schweizer Ehegüterrecht und Konfliktpsychologie

Von Frank Heisler, Finanz- & Vorsorgeberater · UFP GmbH, Baar Erschienen 19. Mai 2024 ISBN 9798325943553
Cover Finanzen im Leben Band 7 – Gemeinsame Finanzen meistern – Ein Leitfaden für Paare von Frank Heisler
Autor
Frank Heisler
Reihe
Finanzen im Leben (Band 7)
Erschienen
19. Mai 2024
ISBN
9798325943553
Seiten
220
Sprache
Deutsch
Verlag
UFP GmbH (Selbstverlag)

Worum es in diesem Buch geht

Band 7 der Reihe »Finanzen im Leben« behandelt eines der häufigsten Konfliktthemen in Beziehungen systematisch und psychologisch fundiert: die gemeinsame Finanzplanung. Frank Heisler zeigt, wie Paare eine gemeinsame Finanzphilosophie entwickeln, faire Modelle bei unterschiedlichem Einkommen finden und finanzielle Konflikte vermeiden – mit Schweizer Ehegüterrecht als Hintergrund.

Im Zentrum steht die Erkenntnis, dass Geld in Beziehungen selten nur über Geld ist. Hinter Streit über Sparen vs. Konsum, gemeinsame vs. getrennte Konten oder Vermögensaufteilung bei Trennung stecken meist Wertekonflikte, Machtfragen und unausgesprochene Erwartungen. Das Buch macht diese Schichten sichtbar und liefert Werkzeuge zur Klärung.

Mit konkretem Schweizer Bezug – Errungenschaftsbeteiligung als Standard-Güterstand, Gütertrennung als Alternative, Konkubinat ohne automatische Regelungen, Pensionskassen-Aufteilung bei Scheidung – richtet sich das Buch an Paare in jeder Phase: vom Zusammenziehen über Heirat bis zur Familienplanung.

220

Seiten Paar-Finanzen

3

Güterstände
der Schweiz

50%

der Trennungen
haben Geldursachen

CH

Schweizer Eherecht
im Fokus

Hinweis

Das Buch behandelt das Schweizer Ehegüterrecht (Errungenschaftsbeteiligung, Gütergemeinschaft, Gütertrennung) sowie Konkubinat. Konkrete Eheverträge oder Konkubinats-Vereinbarungen sollten immer mit einem Notar oder Anwalt erstellt werden.

Inhaltsverzeichnis

Die Hauptkapitel von Band 7 im Überblick.

  1. Vorwort – Warum Paare anders über Geld reden müssen
  2. Grundlagen der Lebensfinanzplanung in Beziehungen – Vom Single- zum Paar-Budget
  3. Schweizer Ehegüterrecht – Errungenschaftsbeteiligung, Gütergemeinschaft, Gütertrennung
  4. Konkubinat – die unterschätzte Form – Was geregelt ist und was nicht
  5. Strategien für finanzielle Krisen und Unabhängigkeit – Wie Paare in Krisen bestehen
  6. Entwicklung einer gemeinsamen Finanzphilosophie – Werte, Ziele, Modelle
  7. Modelle für unterschiedliche Einkommen – Was wirklich fair ist
  8. Langfristige Finanzplanung als Paar – Pensionierung gemeinsam denken
  9. Fortlaufende finanzielle Bildung – Beide auf gleichem Wissenstand halten
  10. Tools und Ressourcen – Apps, Vorlagen, Vereinbarungen
  11. Checklisten für Paare – Was zu welchem Lebensereignis geklärt werden muss
  12. Die Rolle des Finanzberaters in Beziehungen – Wann Paare einen Berater brauchen
  13. Trennung finanziell vorbereiten – Auch wenn niemand sich das wünscht

Sieben Kernthesen aus Band 7

Die zentralen Argumentationslinien des Buches – verdichtet auf sieben Aussagen.

1. Geld ist die häufigste Trennungsursache in der Schweiz

Studien zeigen: 40–50 Prozent aller Trennungen haben einen finanziellen Auslöser oder Verstärker. Wer Geld in der Beziehung ignoriert, ignoriert das häufigste Beziehungsrisiko.

2. Schweizer Ehegüterrecht ist Pflichtwissen

Wer die Errungenschaftsbeteiligung nicht versteht, weiss nicht, wem im Trennungsfall was gehört. Das ist kein theoretisches Wissen – das ist Lebensrelevanz.

3. Faires Modell ist nicht identisches Modell

Bei sehr unterschiedlichen Einkommen ist 50/50-Teilung nicht automatisch fair. Heisler entwickelt drei alternative Modelle, die der Realität gerechter werden.

4. Transparenz ist die Basis, Vertrauen die Folge

Paare, die offen über alle Finanzen reden, haben weniger Konflikte – nicht mehr. Das widerspricht der Intuition vieler, ist aber empirisch belegt.

5. Krisen brauchen vorab definierte Regeln

Wer erst in der Krise klärt, wer welche Pensionskasse, welche Immobilie und welches Konto wie bekommt, verhandelt aus emotionaler Schwäche. Klare Regeln im guten Zustand lösen Konflikte im schlechten.

6. Konflikt um Geld ist meist Konflikt um Werte

Wer streitet, ob die Familie sparen oder konsumieren soll, streitet meist über Lebensvorstellungen. Das auf der Geld-Ebene zu lösen, scheitert systematisch.

7. Konkubinatspaare brauchen zusätzliche Vereinbarungen

Konkubinat hat in der Schweiz keine automatischen Schutzmechanismen. Ohne explizite Verträge ist die finanziell schwächere Person bei Trennung oder Tod oft schutzlos.

Leseprobe

Aus Kapitel 5: Strategien für finanzielle Krisen

Es gibt Sätze in Beratungsgesprächen, die ich nie vergesse. Einer der häufigsten ist dieser: »Das hatten wir nie wirklich besprochen, weil es nie nötig war.« Gesagt wird das meistens in einer Krise, in der genau dieses unbesprochene Thema plötzlich brennend nötig wird – ein Jobverlust, eine schwere Krankheit, eine schlechte Geschäftsentscheidung, manchmal auch der Beginn einer Trennung.

Paare leben oft in einer impliziten Vereinbarung: »Wir haben uns gefunden, wir vertrauen uns, also brauchen wir keine expliziten Regeln.« In ruhigen Zeiten funktioniert das gut. In Krisen wird genau diese implizite Vereinbarung zum Problem, weil zwei Menschen plötzlich ihre stillschweigenden Annahmen gegeneinander verteidigen müssen.

Mein Vorschlag in diesem Kapitel ist deshalb radikal nüchtern: Paare sollten ihre stillschweigenden Annahmen explizit machen, lange bevor eine Krise sie dazu zwingt. Nicht aus Misstrauen, sondern aus Respekt vor der Komplexität des Lebens. Die Fragen, die in einer Krise zerstörerisch sind, sind in ruhigen Zeiten oft sogar verbindend.

Beispielfragen für ein solches Gespräch: Wer von uns trägt welche finanzielle Verantwortung, wenn der andere ein Jahr nicht arbeiten kann? Was geschieht mit unserem gemeinsamen Vermögen, wenn wir uns trennen? Wer trifft Entscheidungen, wenn einer von uns nicht entscheidungsfähig ist? Wie planen wir die Pensionierung, wenn wir unterschiedlich alt sind? Diese Fragen sind keine Krisen-Fragen. Sie sind Lebensfragen, die in ruhigen Zeiten beantwortbar sind.

[Auszug aus Kapitel 5. Das vollständige Buch enthält Gesprächsleitfäden, Vorlagen und Checklisten für Paargespräche zu jedem dieser Themen.]

Für wen dieses Buch geschrieben ist

Das Buch ist besonders relevant für:

Frisch zusammengezogene Paare

Sie ziehen erstmals zusammen und müssen Konten, Mietverträge und Anschaffungen koordinieren. Heisler gibt strukturierte Modelle für den Start.

Paare vor der Heirat

Sie planen die Heirat und überlegen, ob ein Ehevertrag sinnvoll ist. Das Buch erklärt die Schweizer Güterstände und ihre Konsequenzen.

Paare mit ungleichem Einkommen

Einer verdient deutlich mehr. Wie regelt man fair die Lasten und Vermögensaufteilung? Drei alternative Modelle werden vorgestellt.

Paare in finanziellen Konfliktphasen

Ständige Streits ums Geld. Heisler hilft, hinter die Geld-Ebene zu schauen – auf die meist tiefer liegenden Wertekonflikte.

Häufig gestellte Fragen

Antworten auf die wichtigsten Fragen zu Band 7.

Sollten wir alles gemeinsam besitzen?

Nein, nicht zwingend. In der Schweiz gilt standardmässig die Errungenschaftsbeteiligung, bei der vorehelich erworbenes Vermögen Eigengut bleibt. Das Buch erklärt, wann gemeinsames und wann getrenntes Eigentum sinnvoller ist.

Was ist der Unterschied zwischen Errungenschaftsbeteiligung und Gütertrennung?

Errungenschaftsbeteiligung (Standard) bedeutet: Vorehelich Vermögen bleibt Eigengut, während der Ehe Erworbenes wird bei Scheidung hälftig geteilt. Gütertrennung bedeutet: Beide Vermögen bleiben getrennt, auch das während der Ehe Erworbene. Das Buch erklärt die jeweiligen Vor- und Nachteile.

Wie regeln wir Finanzen, wenn einer mehr verdient?

Drei Modelle werden vorgestellt: 50/50 (gleicher Beitrag), proportional (Beitrag im Verhältnis zum Einkommen), oder bedarfsorientiert (jeder zahlt, was die Ausgabe sinnvoll macht). Welches Modell fair ist, hängt von Werten und Lebenssituation ab.

Was passiert mit Vermögen, wenn wir uns trennen?

Bei Errungenschaftsbeteiligung: Vorehelich Erworbenes und Erbschaften bleiben Eigengut. Während der Ehe Erworbenes wird hälftig geteilt – inklusive Pensionskassen-Anwartschaften. Bei Konkubinat ohne Vertrag: keine automatischen Regelungen, jeder behält, was auf seinen Namen läuft.

Brauchen wir einen Ehevertrag?

Bei standardmässiger Errungenschaftsbeteiligung in der Regel nein. Sinnvoll wird ein Ehevertrag bei: Selbstständigkeit eines Partners (Schutz vor Geschäftsschulden), erheblichem voreheligem Vermögen, geplanter Erbschaft an Kinder aus früheren Beziehungen oder bewusst gewählter Gütertrennung.

Wie sollten wir Konkubinat regeln?

Konkubinat hat in der Schweiz keine automatischen Schutzmechanismen. Empfohlen wird ein schriftlicher Konkubinatsvertrag mit Regeln zu: gemeinsamen Anschaffungen, Wohnsituation, Aufteilung bei Trennung, gegenseitiger Begünstigung im Todesfall (testamentarisch).

Wie reden wir am besten über Geld?

Zeit reservieren (nicht nebenbei), Werte vor Zahlen besprechen (was ist uns wichtig im Leben), konkret werden (was kostet das), Regeln definieren (wer entscheidet was bis zu welchem Betrag). Das Buch enthält fertige Gesprächsleitfäden für verschiedene Lebensereignisse.

Über den Autor

FH

Frank Heisler

Schweizer Finanz- und Vorsorgeberater, Buchautor und Gründer der UFP GmbH (Unique Finance Planning) in Baar, Kanton Zug. Über 15 Jahre Beratungspraxis. Verbindet klassische Finanzplanung mit Entscheidungspsychologie und ganzheitlicher Lebensphasenbetrachtung.

Beruflicher Werdegang: Ausbildung als Elektriker, Datenverarbeitungskaufmann, Studiengänge an Schweizer Fachhochschulen, Tätigkeit in Schweizer Banken und der IT-Branche, seit 2010 selbstständiger Finanz- und Vorsorgeberater.

Werk: Autor von 19 Finanzbüchern – der 17-bändigen Reihe »Finanzen im Leben« sowie zwei Standalone-Werken aus 2025.

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